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Warum gibt es Social Media?

Informationsflut - Entwicklung Social Media

Entwicklung Social Media

Vielleicht ist die Frage im Titel nicht die brennendste Frage unserer Zeit – dennoch ist sie in meinen Augen abgeleitet aus einer Frage, die sich heute FAST JEDER Mensch irgendwann stellt:

Warum soll ich Social Media nutzen?

So schwer sich viele mit der Beantwortung – besonders auch im Business Umfeld – tun, für mich ist sie sehr naheliegend und fast unausweichlich. Wer hier anderer Meinung ist oder dem Ganzen kritisch gegenüber steht – SEHR GERNE Kontakt auf nehmen / Kommentieren oder diese Meinung mitteilen! (Das tun (trauen sich) derzeit viel zu Wenige – siehe letzten Absatz)

Befriedigung der Bedürfnisse?

Ein sehr oft gehörtes Argument. Menschen wollen kommunizieren. Menschen sind neugierig, haben Entdeckerdrang und schon kleine Erfolgserlebnisse treiben den Suchenden für lange Zeit immer tiefer in unser Internetangebot. Besonders seit „WEB 2.0“ also das „Mitmach-Internet“ in der Bevölkerung angekommen ist, wollen immer mehr dabei sein.

Das Bedürfnis, „gesehen“ zu werden und das Verlangen „dabei zu sein“ ist sicher sehr stark verbreitet. Sich entweder gut darzustellen, auf Themen aufmerksam machen oder einfach nur gesellige Zeit vertreiben, wird von Social Media Netzwerken perfekt bedient. Zudem ist die technische Schwelle inzwischen fast minimal. Einzig (und das ist sicher nicht zu unterschätzen) die Sicherheit, die Privatsphäre und die Angst, was mit „meinen“ Daten irgendwann passieren wird, bremst eine allzu offene Kommunikation.

In Kontakt bleiben?

Für viele ein schlagendes Argument. Endlich kann man mit einem Klick – Personen, deren Lebensweg man (vielleicht auch nur sehr kurz) gemeinsam gegangen ist, festhalten oder speichern. Ohne den geringsten eigenen Aufwand bleibt man von diesem Moment an über alle (preisgegebenen) Aktualisierungen auf dem Laufenden. Ob Adress-Änderung, Heirat, Berufswechsel – die Verbindung bleibt bestehen und ist jederzeit – nach Wunsch – abrufbar. Nebenbei kann man über Fotos und Filme virtuell in sehr nahem Kontakt bleiben – egal wie groß die tatsächliche Entfernung ist.

Vereinfachung ist der Schlüssel?

Warum sind „plötzlich“ scheinbar alle in Facebook? Mit bald einer Milliarde Nutzern ist dort jeder siebte Erdenbürger irgendwann einmal angemeldet gewesen. Es gibt doch hunderte von anderen Netzwerken – angefangen von lokalen Netzen, Themen Netzen auch solche, die großen Wert auf Datenschutz/-Sicherheit legen…. Auch hier eine für mich sehr einfache Antwort – Wer will schon allein in einem Netzwerk sein! Oft gehört die Aussage von verschiedenen Leuten, die neue Netze getestet haben: „Ich war da mal drin, hab aber nichts/niemanden gefunden… dann bin ich wieder raus“

Vereinfachung bedeutet nicht nur, dass es problemlos möglich ist, ohne Software-Kenntnisse in diese Netzwerke einzusteigen. Es ist fast wichtiger, dass dort schon alle anderen drin sind – und damit siegt (zumindest vorläufig) der Schnellste und der mit den meisten Nutzern. Selbst das Einladen in ein Netzwerk ist heute vielen schon zu umständlich. Etwas erstaunt hat mich jedoch die Aussage von Studenten kürzlich „Wir dachten Social Media IST FaceBook“

Social Media / Business Networking ist die Antwort!

Informationsflut - Entwicklung Social Media

Informationsflut – Entwicklung Social Media

Die für mich schlagendste Antwort auf die Frage „Warum gibt es Social Media“ – und damit gleichzeitig der Grund, warum es so viele nutzen ist die Entwicklung unserer Informationsgesellschaft:

Wir lernen immer mehr Menschen kennen:

  • durch häufigere Job und Wohnortwechsel
  • durch häufigere Reisen und Urlaub
  • durch grenzübergreifende Zusammenarbeit
  • durch mehr Beteiligung an verschiedensten Projekten
  • immer mehr (auch überregionale) Gruppen werden über Social Media gegründet

Wir haben immer mehr Termine und müssen die „verwalten“:

  • Veranstaltungen von Vereinen, Parteien, Bürgerbegehren
  • Dynamischere Gestaltung von Firmenterminen
  • Notwendigkeit die individuelleren Termine von Partnern abzusprechen
  • ältere Generationen sind fitter den je und wollen unterhalten werden
  • immer mehr „Events“ finden gleichzeitig statt – zu wenige Wochenenden
  • immer mehr Feiern und Feste werden mit Social Media begleitet (Termin, Einladung, Fotos, Videos, Danksagungen)

Es gibt immer mehr Informationsquellen:

  • Radio, Digitalradio, Internetradio
  • Fernsehen, Video, Kino, YouTube, InteractiveTV
  • Zeitung, Magazine, Flyer, Newsletter,
  • Brief, Fax, SMS, eMail, Statusmeldungen
  • Foren, Portale, Apps
  • sogar Auto, Haus und Heizung senden uns bereits vereinzelt Nachrichten

Gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten – im Business Umfeld aber auch in Hobbies:

  • Aufgrund der Schnelllebigkeit werden Dokumente vermehrt gemeinsam bearbeitet
  • Dokumente wandern vom bekannten „Office“ Rahmen (xls, doc, pages…) in Webformate
  • Immer mehr Menschen arbeiten an ein und dem selben Dokument
  • Aus statischen Webseiten werden BLOGs oder CMS Systeme zur gemeinsamen Bearbeitung

…und das Ganze immer Schneller:

  • nicht ein Brief pro Tag, sondern 20 eMails
  • nicht 3 Termine pro Woche sondern mehrere pro Tag
  • nicht mehr ein Event mit neuen Gesichertern pro Jahr sondern stetig neue
  • immer schneller werden immer mehr Dokumente erstellt
  • immer mehr „Dinge“ bieten einen Informationsservice

Ein Blick in die Zukunft zeigt recht schnell: In dieser Entwicklung ist so schnell keine Sättigung zu erwarten

Und genau deshalb ist Social Media oder Business Networking die Lösung für diese Entwicklung:

Social Media versetzt uns in die Lage, mit dieser Entwicklung fertig zu werden
Beliebig viele Kontakte mit minimalem Aufwand verwalten (griffbereit haben)

  • Gemeinsam mit überschaubarem Aufwand bestmögliche Ergebnisse erzielen
  • Kinderleicht Informationen und Quellen in einem „Nachrichtenstrom“ konsolidieren
  • Mit wenigen Klicks, Themen über die Verwendung z.B. von TAGs filtern und Antworten bekommen
  • Kein Aufwand mehr mit Organisation von Strukturen, Verwaltung von Datenbanken oder Archivierung von eMails oder Dokumenten
  • Alles ist jederzeit verfügbar, aber nicht stetig präsent > Konzentration auf das aktuell Wichtige

 

Kritische Betrachtung von Social Media!!!

Eine Frage, die mich seit Langem beschäftig und ich immer wieder – vor Allem mit Kritikern von Social Media – diskutiere ist die der „Unausweichlichkeit“ – besonders im Hinblick auf folgenden negative Aspekte:

  • alles wird immer oberflächlicher / kaum noch eine wichtige Vertiefung von Themen
  • alles wird immer beliebiger – Freunde kann man „wegklicken“
  • durch verringerten Aufwand sinkt auch der Wert
  • man verliert sich in der großen Vielfalt
  • ohne kulturelle Bildung wird Social Media schnell zum Risiko
  • Extrem hohes Ablenkungsrisiko – bis hin zum Suchtpotential
    (Chatten wird bereits neben Pornografie und Spielsucht offiziell gelistet)
  • „Bist Du nicht drin, bist Du draußen!“ – große Gefahr von Ausgrenzung
  • Teilung der Gesellschaft in „online“ und „offline“
  • Verschiebung der Machtverhältnisse durch Herrschaft über Massen
Vielleicht hat der Eine oder Andere Lust, über diese Punkte den eigenen Standpunkt zu vertreten bzw. gemeinsam an Lösungen / Empfehlungen zu arbeiten!?

 

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3 Responses to “Warum gibt es Social Media?”

  1. Ilse Klein Sagt:

    Meine Erfahrungen mit Facebook:
    OK, ich habe ein paar Leute gefunden – oder sie mich – mit denen ich lange keinen Kontakt hatte. Aber wahre Freundschaften waren nicht dabei, die pflege ich anders.
    Nach einer Flut von „Freunden“ und der Erkenntnis, dass Vieles sehr oberflächlich läuft – vor allem irritierten mich die Spiele und wie verbissen dort die Ziele verfolgt wurden – ließ ich mich zunächst deaktivieren und meldete mich – unter großen Schwierigkeiten – dann endgültig ab.

    Eine Community wie Utopia dagegen, die voll meinen Interessen entspricht, gibt mir wesentlich mehr. In den Jahren der Mitgliedschaft habe ich viele Anregungen bekommen, konnte auch selber manchmal Rat geben und fühle mich unter so vielen Gleichgesinnten einfach wohl. Nervig sind die Trolle, aber die gibt es wohl überall. Vielleicht fallen sie auf Utopia mehr auf.

    Die Haupt-Gefahr der Social Media sehe ich darin, dass echte Kontakte weniger gepflegt werden, weil durch das ausufernde Internet-Nutzen kaum Zeit bleibt. Da muss ich mich selber ab und zu bremsen und zwingen, den Ausschaltknopf zu finden – genau wie bei der Glotze, die durch meine vielseitigen Interessen auch 24 Stunden rund um die Uhr laufen könnte und mir immer und überall Interessantes präsentieren würde.

    Mein Fazit: Qualität statt Quantität ist sinnvoll und viel Selbstdisziplin ist nötig.

    Antwort

    • Harald Schirmer Sagt:

      Hallo Ilse, VIELEN Dank für Deine wirklich sehr deutlichen (und leicht nachvollziehbaren) Argumente. Deinen Hinweis auf http://www.utopia.de (bin selbst auch einige Zeit dabei) kann ich nur unterstützen – dort treffen sich „Gleichgesinnte“ aufgrund des Themas „Nachhaltigkeit“, womit ein guter Punkt in die Argumentationsliste kommt: Fachnetzwerke zeigen meist eine höhere Qualität (oft auch bessere Sicherheits- und Datenschutzmechanismen).
      Dein Fazit ist natürlich auch sehr passend!

      Antwort

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