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Feedback zum Nachdenken über digitalen WirkIndex

9. November 2016

BLOG, HR, Internet, Working Out Loud

Denk mal mitManchmal schreibe ich einfach meine Gedanken auf und poste sie hier als Beitrag in meinem Blog. Manchmal auch in der Hoffnung, dass „jemand“ darauf reagiert und sich traut zu wiedersprechen. Genau das hat Bernd Jensen auf – wie ich finde – sehr wertvolle Art und Weise getan. Es geht um meinen Beitrag zum Thema Digitaler WirkIndex. Es wäre sicher sinnvoll, den Kommentar von H. Jensen vorab zu lesen – hier sind meine Gedanken dazu:

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Herzlichen Dank Bernd Jensen für Ihr wertvolles Feedback und dass Sie Ihre Bedenken so konstruktiv teilen! Lassen Sie mich zum einen etwas „nach-justieren“ (manche Ihrer Schlüsse waren von mir so nicht gewollt – danke fürs Klarstellen)

ich möchte NICHT ALLES über jemanden wissen bei der Einstellung

ganz im Gegenteil… Mir würde ein WirkIndex der gerne vertrauensvoll Anonym ist, ausreichen… alternative könnte eine „Netzwerk-Einschätzung“ hilfreich sein (Wie beurteilen andere meine Wirkung) Mit Wirkung ist gemeint, wie erfolgreich ist jemand in der Lage, Follower zu begeistern, Themen zu vertreten, Respekt zu leben, Wertschätzung zu zeigen – für mich sehr wichtige Führungsqualitäten.

das ist/wäre in der Tat ein mächtiges Werkzeug…

aktuell ist HR jedoch (in meinen Augen) weit davon entfernt diese heute schon verfügbaren Möglichkeiten überhaupt zu kennen…

 

„man findet immer nur die Vergangenheit“

das mag für Wikipedia und Artikel in Magazinen zutreffen, wenn Sie in sozialen Netzwerken aktiv sind und jemanden über einen längeren Zeitraum „begleiten“ erleben Sie eine Person auf vielseitige Art und Weise, auch wie andere auf die Person reagieren. Das erzeugt ein Persönlichkeitsprofil, das nicht nur rückwärtsgewandt lesbar ist. Hier liegt natürlich die Gefahr, dass Algorithmen, Textanalysen das künftig auch können und daraus Gesinnung, politische Einstellung… „berechnen können“

 

Transparenz…

hier herrscht in meinen Augen das größte Mißverständnis: es geht nicht um „Big Brother“, sondern um gezieltes „Working Out Loud“ um erfolgreich zu sein, voneinander zu lernen, die Möglichkeiten von Netzwerken einzusetzen. Es setzt in der Tat einen reifen Umgang mit „was teile ich“ voraus, das kann man und sollte jeder aber lernen.

 

Menschen ändern sich

das hoffe ich! sonst wäre mein Job und meine „Mission“ ja völlig sinnlos. Zugegebenermaßen ist die Änderungsbereitschaft aktuell bei vielen deutlich schwächer ausgeprägt als die Verharrungskräfte im alten Denken und tun, das sollten wir aber als „natürliche Schutzfunktion“ akzeptieren.

 

mögliches Potential bleibt unsichtbar

das ist ein sehr großes Thema… ich denke in den meisten akutellen Recruiting Prozessen kann kaum jemand sein „volles Potential“ zeigen. Je nach Job wird hier auch völlig Anderes benötigt. Ich glaube aber, dass jemand, der einen gewissen Reifegrad in der Digitalen Welt erreicht hat, sehr wohl in der Lage ist, sein Potential besser erlebbar zu machen, egal ob es um handwerkliche Fähigkeiten, Denk- und Kombinationsleistung oder den von Ihnen angesprochenen Mut geht. Absolut stimme ich Ihnen zu, dass viele Menschen Ihr echtes Potential selbst nicht kennen – und erst durch Situationen und ein stimmiges Umfeld dazu gebracht werden, es zu entfalten.

 

HR und Beurteilung

… wir stimmen hier völlig überein.

 

Zum Thema „Internet vergisst nichts“

bin ich selbst gespalten… technisch gesehen haben Sie sicher recht, praktisch aber leben wir in einer absolut kurzweiligen Zeit, die rast. Kleine Aufgabe: Zählen Sie doch mal die 5 größten Shitstorms auf, und wen Sie betroffen haben… die Daten mögen bleiben, aber das Interesse und das Bewußtsein verschwindet leider sehr sehr schnell… sonst würde sich selbst bei dramatischen Gesellschaftlichen Erfahrungen (wie gerade) nicht die Geschichte ständig wiederholen.

 

„Mein bester Programmierer ist Maurer“

gratuliere! Genau solchen Mut brauchen wir, Menschen, die Potentiale erkennen, die Wünsche von Menschen respektieren und CHANCEN geben. Ich ware niemals hier, hätte es nicht ein paar Menschen gegeben, die mir eine Chance gegeben haben. Aus herkömmlicher HR Sicht, bin ich nicht qualifiziert für meinen Job… ich habe meine Wurzeln in der Elektronik-Entwicklung ;-)

Nur Selbstdarsteller

Das ist ein Risiko, zugegeben – ich sprach aber bewußt von einem WIRKindex, nicht von Lautstärke oder Sichtbarkeit. In meinem Netzwerk wie auch bei Continental gibt es viele Introvertierte und langfristig Denkende/Handelnde … die sind oft sehr „leise“ – haben aber durch die Qualität und oft Ganzheitlichkeit enorm viel Überzeugungskraft – und damit Wirkung. Das zu sehen muss man auch lernen – hier unterstützt eine ernst gemeinte Kulturentwicklung.

Wir brauchen mehr Praktiker, nicht Labertaschen

Absolut, deshalb „Wirkung“. Ich stelle mich oft selbst in Frage, ob ich eine „Labertasche“ bin – das kann letztendlich nur mein jeweiliges Gegenüber beurteilen. Da Sie sich aber die Zeit genommen haben, sich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, waren es die wohl Ihre Lebenszeit wert – DANKE. Ich halte mich für einen Praktiker, der sehr gerne alles ausprobiert, experimentiert, scheitert und manchmal erfolgreich ist. Darüber habe ich gelernt zu reden bzw zu schreiben. Ja, von mir kommt sehr viel, ja es könnte an vielen Stellen „hochwertiger“ sein, ja längst nicht alles ist vollständig durchdacht – aber erst seit dem ich mich damit so „transparent“ auseinandersetze – und von so tollen Menschen wie Ihnen kritisches Feedback erhalte… lerne ich täglich dazu – und weil diesem Prozess andere „folgen“ können (natürlich niemand muss), hat es vielleicht auch für Andere Mehrwert, die selbst nicht transparent sein wollen.

 

Selbstdarstellung

das ist sicher richtig, auch das es viel Aufwand und Mühe kostet (je nachdem wie intensive man das betreibt) Hier möchte ich jedoch auch eine andere Perspektive zeigen: Besonders in Deutschland haben wir nicht gelernt, auf geleistetes Stolz zu sein, wir reden nicht über Misserfolge – viele nicht mal über Erfolge … könnte ja als Arroganz ausgelegt werden. Wenn wir den Selbstdarstellungsaspekt einmal kurz beiseite lassen: Ich protokolliere Konferenzen, erarbeite Lösungen und Gedanken im Netzwerk, lerne durch Feedback, nehme andere in Change Prozessen durch Sichtbarkeit und Beteiligungsmöglichkeit mit, reduziere Ängste durch Transparenz, erzeuge Stimmungen, konsolidiere Feedback, sorge für Grenzüberschreitenden Austausch, mache Menschen NeuGierig, gebe Richtung, zeige Verlässlichkeit und Wertschätzung… all dass findet in Social Media natürlich unter meinem Namen statt und in der Regel immer mit Profilfoto – das kommt bei Vielen als „Selbstdarstellung“ an – für mich ist es einfach meine täglich Arbeit mit Menschen (im Vergleich zur herkömmlichen Arbeit, wo sich viele hinter Positionen und Funktionen verstecken, lieber Dokumente finalisieren… vermutlich um mit dessen Rahmen Wichtig-/Richtigkeit zu erzeugen… Co-Creation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe verlangt nach Sichtbarkeit von Menschen.

„Fußballspieler sucht man nicht nach seinem Webauftritt aus“

Ist das so? Werden wirklich die besten Spieler promoted, oder die, deren Herkunft, finanzielle Mittel oder zusätzliche Vermarktungskompetenz einfach den notwendigen Rückenwind gibt? Das soll keinesfalls deren Qualität in Frage stellen – und ja, die Webseite wird kein Eintrittsticket in die Nationalmannschaft sein. Aber bietet uns das Netz nicht erstmals die Chance – und zwar fast JEDEM – mit dem was er/sie kann, sichtbar zu werden – egal wo man ist, was man macht, wer man ist?

 

Resümee

Ich bin Ihnen sehr dankbar für die guten Einwände, und hoffe nicht, dass es ankommt als wollte ich gegen alles argumentieren – sondern meine Perspektive darauf teilen. Wir brauchen beide Seiten – die Einen, die Potentiale aufzeigen, diese idealerweise vorleben und erlebbar machen – aber auch ganz wichtig diejenigen, die Gefahrenpotentiale, Risiken und Zweifel äußern. Erst im Dialog kann daraus eine bewußte, fundierte Entscheidung für Zukunftsgestaltung entstehen.

… vielleicht bekomen wir ja noch mehr Erfahrungen, Bestätigung oder andere Meinungen dazu?

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