RSS

Buchempfehlung – Humor trifft Erfahrung

Kurt Steffenhagen

Kurt Steffenhagen

Kurt A. H. Steffenhagen hat in einem Buch auf humorvolle Art, aber messerscharf die Situation in den Führungsetagen vieler Organisationen beschrieben. Schon bald soll es erscheinen – ich hatte die Ehre, vor Veröffentlichung zu lesen. Kurt Steffenhagen speist seinen großen Erfahrungsschatz aus einem Leben als hochkarätiger Berater in den Chefetagen verschiedenster Unternehmen, und wird sehr deutlich in seinem Resümee mit dem Titel:

 

Der Unterschied zwischen Führung und Eierkochen
Eine Liebeserklärung an die Naivität im Management

Kurt Steffenhagen wirbt für Wachheit, Aufmerksamkeit, selbständiges Denken und verurteilt mit Vehemenz die oberflächliche Dummheit unserer Zeit. Immer wieder fühlte ich mich auch sich selbst ertappt, Dinge zu leichtfertig zu übernehmen, komme ins Nachdenken und reflektiere meine Aussagen und mein Verhalten – danke für das Vertrauen und die wertvollen Einblicke!

Wer das Erscheinen nicht erwarten kann, dem empfehle ich seine aktuellen Audio-Interviews im Management Radio: Link

Mit seiner Erlaubnis möchte ich hier einige – in meinen Augen – sehr prägnante Zitate aus diesem Buch auflisten.

An vielen Stellen räumt er auch mit den üblicherweise leichtfertig verwendeten Redewendungen und Begriffen auf, und stellt seine Perspektive gegenüber. Das Folgende soll nicht nur NeuGierig auf den Gesamttext machen, sondern auch meine Zustimmung zu vielen Beobachtungen ausdrücken:

 

Achtsamkeit ist der Beginn der geistigen Wachheit
und damit der Möglichkeit, das zu tun,
was man sich bei wachem Geist eigentlich denken könnte. 

…verteidigen sich die Vertreter des Paradigmas mit einer scharfen Waffe:
Die Waffe heißt „Bewertung nach „Richtig und Falsch“.
Diese Wertung wehrt alles, was Ihnen nicht passt, ab.

Wir alle kennen die Diskussion, die darüber geführt wird,
ob und wieviel Information die Mitarbeiter oder gar
die „Gewerblichen“ erhalten sollten.

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach:
Alle Information, die für eine unternehmerische Gestaltung
der Aufgabe erforderlich sind. 

Unsere Art zu Sein und zu Denken schützt sich selbst.
Sie will nicht permanent hinterfragt werden.
Wir haben ein Bedürfnis nach Sicherheit
und geradezu Angst vor denjenigen Geistern,

die das, was wir tun, grundsätzlich in Frage stellen. 

Das „Anderssein“ macht Angst zumindest aber misstrauisch.
Das geht sogar so weit, dass nicht nur eine Abweichung im Denken
kritisch oder ängstlich betrachtet wird,
sondern sogar eine Abweichung von der Kleiderordnung.

Rezepte versagen,
wenn der Kontext nicht „stimmt“.

 Wenn Sie lernen, wie man einen Rennwagen fährt
und kommen nach Hause und finden einen holprigen Acker vor,
haben Sie ein Problem.

… das ist unsere Freiheit und wo Freiheit ist,
entstehen Möglichkeiten

 Der Held ist eine Konstruktion,
um den Massen Verantwortung und Denken abzunehmen.

 Zum einen sucht sich der Beratene den Berater,
der ihn im Prinzip bestätigt bzw. ihn absichert.
Der Berater ist die Rückversicherung für „weiter so“…

 Da versperrt so mancher Ingenieur wie ein Papa den Chefsessel,
der wirklich eine gute Fachkraft ist,
aber mit Menschen weiß Gott nichts zu tun haben will.

Jemand hat einmal gesagt, dass eine Veränderung nur
so möglich ist,
 dass man sich selbst verändert,
will heißen, seine Attitude, seine Vorstellung, seine Werte korrigiert.

Fleiß ist bestenfalls ein Bestandteil des Erfolgs.
Marketing, Netzwerk, das Folgen des Main Stream und andere Aspekte
sind vielfach bestimmender für Erfolg

Wer an Erfahrung wie an ein Fakt glaubt,
verwechselt die Speisenkarte mit dem Gericht,
das dann auf dem Teller liegt.

 Interesse an Menschen ist der Schlüssel dafür,
Fähigkeiten zu erwecken.

Das vermeintliche „Wenn-Dann“-Rezept
befreit vom Denken, von der eigenen Erfahrung.

Nun gehört es zu den Gepflogenheiten des westlichen Menschen,
Rosinen“ zu picken, nur in diesem Falle oder auch bei anderen
zum Beispiel fernöstlichen Lehren oder Indianerweisheiten ist es so,
dass sie in ein Paradigma eingebettet sind,
eine Art zu sein und dort und nur dort ihre Wirkung entfalten.

Was das Richtige ist,
kann man oft nur nachher beurteilen.

 Wertschätzung ist keine Aktion,
sondern eine Haltung anderen Menschen gegenüber

Das Problem mit der „Motivation“ sind diejenigen,
die motivieren wollen, nicht die Menschen

Wahrheit“ ist, was alle glauben,
auch wenn sie eigentlich unhaltbar ist.

 „Wachheit“ ….. bedeutet die Freiheit,
verschiedene Interpretationen des Geschehens zuzulassen
und da heraus zu handeln.

Das bedeutet, dass die sogenannten
„Eigenschaften“ der Menschen
weniger eine Rolle spielen als ihre Rahmenbedingungen.

Veränderung ist im Zusammenhang mit dem System zu sehen.
Individuelle Veränderung ist kraftlos

…Sie kopieren anstelle zu kapieren
und sie verdrehen die Aussage…

…anstelle zu fragen, was soll ich tun,
könnte das Orakel den Hinweis geben
Warum solltest Du etwas tun“.

Ein Kennzeichen erfolgreicher Menschen ist die Leere im guten Sinne,
der Raum, den sie bewahren und das Offenhalten für die Begegnung,
die Beziehung zu Mitarbeitern und Kollegen,
die Freiheit, anderes Denken auch nur zu hören,
die Bereitwilligkeit, über Bewertung hinaus eine Reflexion zu gestatten.

Das tayloristische Prinzip trennt
die Arbeitenden von den Wissenden.
Solange dieses Menschenbild gilt,
wird das Prinzip der Teilnahme nicht realisiert.

Motivation wird dann freigesetzt,
wenn demotivierende Faktoren im Umfeld beseitigt werden.

Es ist nicht immer ein Vergnügen das Buch zu lesen, bei allem Humor steckt das verbale Messer in tiefen und langjährigen Wunden – aber nur so kann „Heilung“ im Sinne von Change gelingen … es muss weh tun. Kurt Steffenhagen beleuchtet viele Themen rund um Führung auf eine sehr ungewöhnliche aber aufklärende Art. Man muss sicher nicht alles mögen – aber es initiiert wunderbare Denkprozesse und wer den Buchinhalt weiter diskutiert, macht sich und sein Umfeld auf den richtigen Weg.

Sobald das Buch verfügbar ist, werde ich es natürlich verlinken.

 

, , , , , , , , , , , , , ,

Trackbacks/Pingbacks

  1. Management by Farce - Lean Knowledge Base - 28. Januar 2017

    […] Unterschied zwischen Führung und Eierkochen ist kürzlich im BusinessVillage Verlag erschienen. Harald Schirmer hat zu dieser Publikation eine Vorab-Rezension erstellt, welche wir Ihnen als Auszug nachfolgend […]

Schreib ein Feedback!