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Angst vor Veränderung?

21. Dezember 2012

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Heute geht die Welt unter! Seit ca. einem Jahr geht dieses Thema um die Welt. Ich möchte das kurz zum Anlass nehmen, ein wenig die Angst vor Veränderungen zu nehmen.

game over

GAME OVER

Zugegeben, ich liebe Veränderungen – ein Grund, warum ich auch meinen Job so gern mache. Nebenbei hält es jung, flexibel und dynamisch, wenn man sich stetig „Neuem“ oder eben Veränderungen aussetzt. Das können ganz kleine Dinge sein (andere Wege laufen) oder die übliche Anrede bei Begrüßung verändern, aber auch „anstrengendere“ Dinge wie neue Software, andere Geräte oder Hersteller, veränderte Abläufe usw.

Es sieht also so aus, als könnte man, wenn man wollte – alles ändern. Für viele eine Horror-Vorstellung, lieben doch die meisten Menschen den Status Quo, Verlässlichkeit, Beständigkeit, Sicherheit. Aber genau das haben wir doch!

Sehen wir uns doch mal genauer an, was alles „völlig unverändert“ ist – und das seit vielen hundert Jahren:

  • Wir sitzen auf Stühlen
  • Wir essen mit Besteck
  • Wir schlafen in Betten
  • Wir arbeiten um Unterhalt zu verdienen
  • Es gibt eine Kindheit – wir fangen alle bei „0“
  • Wir essen (leider) immer noch Fleisch

Diese Liste ließe sich beliebig fortführen – im Grunde ändert sich also gar nicht so viel „wirklich Relevantes“. Natürlich nutzen wir heute ganz andere technische Möglichkeiten – aber im Kern bewegen wir uns nach wie vor von A nach B nur mit etwas mehr Komfort. Wir essen nach wie vor – heute schneller, meist ungesünder und hätten zumindest die Möglichkeit uns einfach sehr abwechslungsreich zu ernähren.

Sehen wir uns die Prognosen aus den letzten 100 Jahren an – wo müssten wir heute sein, wenn das alles war wäre … sicher nicht auf der Erde und sicher nicht in der Diskussion über Wasser-, Energie und Nahrungsknappheit (auch Themen, die die Menschheit seit jeher beschäftigen).

Welche „Probleme“ wurden denn in den letzten 100 Jahren vollständig gelöst?

Aber es gibt natürlich dramatische Veränderungen – besonders in der Geschwindigkeit, in der „Menge“ der Neuerungen (von denen aber viele wieder verschwinden)
Beispiel Tonbänder > Schallplatten > Kassetten > CD’s > MiniDisk > CD-ROM > FlashSpeicher > Streaming  … und das alles in weniger als 20 Jahren – und dennoch  – wir hören immer noch Musik

Die Lösung ;-)

Ich sehe mich selbst als einen der sogenannten „Early Adopter“ – also eine Gruppe von „Verrückten“, die in einem bestimmten Bereich versuchen, jede Neuerung mitzumachen, vorne dabei zu sein und den Überblick – vielleicht sogar eine gute Idee von den nächsten Schritten zu haben. Aber selbst das ist nur noch in einem engen Feld möglich – und sicher für die Mehrheit völlig sinnlos!

Sie können selbst entscheiden, bei welchem Thema sie „mitmachen“ oder „abwarten“ – mein Tipp ist hier recht einfach:

Lassen Sie sich vom NUTZEN nicht den Möglichkeiten oder Funktionen überzeugen!

Die Werbung und auch viele der „Early Adopter“ können stundenlang schwärmen, was die Software, das Handy, Auto oder anderes Gerät alles können. Wichtig ist einzig – was nützt es Ihnen, was macht Ihr Leben besser, schöner, angenehmer, gesünder oder einfacher? Wenn Sie darauf eine Antwort bekommen – dann sollten Sie den nächsten Schritt machen – der Ihnen dann auch längst nicht so schwer fällt, weil Sie ja wissen, warum sie sich „verändern“ wollen. Etwas zu machen, weil es alle machen – wir zu Frust und Ärger führen.

Auch wichtig ist es, Dinge und Veränderungen im Nachgang zu hinterfragen – hat es wirklich etwas gebracht? Ist mein Leben jetzt einfacher? Spare ich damit Zeit? Sollte es keinen in Ihren Augen „vernünftigen“ Grund geben – empfehle ich diese „Veränderung“ wieder zurückzunehmen oder das „Gerät“ wieder abzugeben – oder aus dem Gelernten einen neuen Weg zu suchen.

Was sich wirklich verändert hat:

… ist Ihre Verantwortung. War es noch von wenigen Jahren recht einfach, weil schlicht alles irgendwie „vorgegeben“ war. Die erreichbare Bildungsstufe, der Beruf, die Familienstruktur, die bezahlbaren Geräte – alles war irgendwie einfacher – weil auch die Gesellschaft klare Regeln hatte, Rituale wie Samstag Straße kehren, Sonntag in die Kirche, Frühschoppen, die Uhr zur Firmung, das „Unterwerfen“ vor dem Vorgesetzten, Kaufen was es gab.

Heute ist jeder Einzelne für alles verantwortlich – muss selbst entscheiden. Hat Zugang zu Bildung, Information und Wissen – jetzt kann man sich nicht mehr einfach am Sonntag zum Schweinebraten hinsetzen. Vorher muss geklärt werden, wer ihn zubereitet, ob man – und wenn ja überhaupt und von wem Fleisch kauft? Sind überhaupt noch alle so „nah“, dass man sich Sonntags treffen kann?

 

Mein Fazit:

Ich glaube die Welt geht nicht unter, wie auch schon alle Computer den Jahreswechsel 2000 überlebt haben und es schon viele große Veränderungen gab. Die Natur ist angelegt, sich stetig zu verändern, anzupassen und „Neues“ zu entwickeln – wir sind ein Teil davon. Warum also nicht etwas entspannter damit umgehen, die Wichtigen Dinge angehen und ein wenig DEMUT vor dem Großen, Ganzen haben.

In diesem Sinne einen schönen Tag heute ;-)

 

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3 Responses to “Angst vor Veränderung?”

  1. Farah Sagt:

    Meiner Meinung nach gibt es verschiedene Arten von Veränderungen, die einen kann der Mensch beeinflussen, die anderen kann er nicht. Die Entwicklung und den Fortschrifft der technologischen Prozesse kann der Mensch nicht aufhalten. Es bleibt den Menschen nur übrig über das Nutzen und Konsequenzen nachzudenken und evtl. versuchen diese Veränderungen in gewissen Maße positiv für die Menschheit zu beinflussen oder auch gewisse Veränderungen zu verhindern, weil sie die Welt
    der Selbstvernichtung näher bringen. Man muss also entscheiden können, was gut und was schlecht ist. Die Frage ist nur, welche Maßstäbe nimmt man her um messen zu können, was gut und was schlecht ist. Wenn wir die Natur ansehen, wie der Beitragsersteller bereits aufgelistet hat, Naturphänomene kann der Mensch nicht beeinflussen, also sind z. B. Hunger & Essen Menschen angeboren. Der Mensch kann seine Entscheidungen eigenständig treffen, in dem er entscheidet was er isst, was er kauft, trägt, womit er fährt etc., aber auf die Konsequenzen seines Handelns hat er keinen Einfluss. Daher bietet uns die Natur bereits Richtiliien an und sobald der Mensch versucht diese zu verändern, oder zu manipulieren, entsteht ein negativer Einfluss auf die Welt, Gesellschaft etc. Der heutige Mensch zu sehr eingenommen von sogenannter Freiheit lehnt alles frühere ab und meiner Meinung nach überschreitet manchmal die Grenzen der Freiheit. Wenn die ca. 7 Milliarden Menschen anfangen würden, jeder für sich eine eigene Philosophie des Lebens zu entwicklen, würde auf dieser Welt nur noch Chaos herrschen und jeder würde der Meinung sein, sein Weg ist der allgemeingültige. Eine Welt ohne fleischessende Menschen wird es nie geben, daher lohnt es nicht darüber Gedanken zu machen, was wäre wenn die ganze Menschheit kein Fleisch verzehren würde.
    Man sollte sich etwa überlegen, welchen Einfluss unsere Ernäherung auf einen Menschen hat etc. Es gibt Lebewesen, die Fleischesser sind, andere wiederum essen kein Fleisch aber der Mensch ist ein sogenannter Allesesser, es gäbe evtl. in der Tiertwelt auch Tiere, die alles essen, aber deren Nahrung hat auf diese Tiere wenig Einfluß im Gegenteil zu Menschen sind deren Eigenschaften begrenzt und diese handeln nur nach ihren Naturinstinkten. Würde man das Fleischessen den Menschen verbieten? Was wären die Konsequenzen für die Menscheit und nicht für die Pharmaindustrie oder etc. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Ernähung einen hoehen Einfluss auf unsere Seele und daher auf unsere Charaktereigenschaften hat. Die Seele und Körper sind festverbunden, wenn es dem Körpert Schmerz hinzugefügt wird, ein natürliches Phänomen des Weinens tritt in Kraft etc. Man hat in der Vergangenheit ja bereits erlebt, dass das Eingreifen der Menschen in die Natur nichts Gutes mit sich gebracht hat, wenn ich alleine an BSE etc. denke. Nichtfleischessene Menschen weisen Attribute wie Mut, Tapferkeit nicht aus, die in manchen Notsituationen im gesellschaftlichen Leben notwendig sind. Nur Fleischesser können zu Bestien werden. Die Lösung wäre also nicht das Fleischessen zu verbieten sondern alles in Maßen zu genießen und ohne dabei in die Natur einzugreifen. Der Mensch ist gerade dabei, sich selbst durch die Entwicklung neuer Vernichtungswaffen abzuschaffen oder für die nachkommenden Generationen eine Welt zuhinterlassen, auf die unsere Nachkommen sicherlich nicht stolz auf uns sein werden.

    Antwort

    • haraldschirmer Sagt:

      vielen Dank Farah! Ein sehr wichtiger Aspekt der möglichen Veränderung, den Du sehr anschaulich beschreibst. Unsere Ernährung ist und wird sicher immer mehr zum Problem – obwohl es eigentlich – selbst logisch – gar nicht so schwierig wäre. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, es ist – im Kopf – aufwändig auf Fleisch zu verzichten (warum auch immer) – und es ist so wichtig immer wieder daran erinnert zu werden. Bitte nicht aufgeben Farah UND Gabi (letzter Kommentar), die sich auch unglaublich beständig für dieses Thema einsetzt.

      Antwort

  2. Gabi Teppich Sagt:

    Super sinnig, lieber Harald :-)
    Du hast es vortrefflich auf den Punkt gebracht!
    Wobei ich zugeben muss kein großer Freund von Veränderungen zu sein :-(
    Vlt. auch wegen der Eigenverantwortung, wie Du so treffend festgestellt hast. Man , bzw. Frau, läuft gern auf ausgelatschen Wegen, weil es einfacher ist, als eigene Wege zu starten ;-)
    Außer, wenn es um mir sehr wichtige Themen geht! Dann darf es auch mal ein holpriger Weg sein :-) Wie z.B. bei dem Thema „Fleisch essen“! Bei mir und meinem Mann Gott sein Schrank kein Thema mehr! Ich aß eh kaum Fleisch, war ab dem 23. Lebensjahr vegetarisch und seit 2010 lebe ich vegan! Und bereue es keine Minute! Ich bin noch nicht verhungert, wie die Meisten immer befürchten, weil man ja nichts „Gescheites“ mehr zu essen hat ;-( Mir fehlt Nichts und wenn man ehrlich ist, ist es oft auch nur die Scheu oder Bequemlichkeit sich damit auseinander zu setzen. „Was ess ich dann noch, wo kauf ich ein, was koche ich meinen Gästen…usw! Und was sage ich meiner Familie, Freunde…?“ Muss man sich immer rechtfertigen? NEIN!
    Don´t panic! Wir haben auf unserer Hochzeit auch vegetarisch servieren lassen und jeder ist satt geworden :-) Klar gab´s 2-3 Mauler, die darüber lästern mussten, aber der Mehrheit hat das „Geschnetzelte“ aus Tofu lecker geschmeckt! Sogar der Schweinezüchter von nebenan kam extra an unseren Tisch, um unser Essen zu loben :-D „Des hätt i ned denkt, dass ma vegetarisch sooooo guad essn ko!“ Dachte, es haut mich vom Hocker!
    Den von einem alten Bauern hätt i gar ned soviel Flexibilität erwartet :-) Hut ab!!!!
    Tja, aber Veränderungen sind anfangs oft anstrengend! Dann aber, wenn man es dann viel leichter hat, ist man froh darüber.
    Finde es aber auch toll sagen zu können „Das ALTE“ war mir lieber!“, und dabei zu bleiben, auch wenn man dann nicht mehr up-to-date ist! Habe immer noch ein Uralt-Handy, obwohl das neue längst in Schublade :-/
    Weil? Ja, warum? Zu anstrengend, alle Nummern zu übertragen, dann ist es größer, mit Touchpad, anderes Programm….dafür wäre es aber mit größerem Speicher und ich könnt auch mal ein Foto oder Filmchen machen. In einer recht guten Qualität! Und nicht wie mit dem alten, das nur ab und zu noch ein Foto macht, weil es ebent nimma so funzt, wie es soll…
    Ja, ja, man ist bequem und manchmal bleibt man lieber bei dem bekannten Unbequemen, als bei dem sicherlich vernünftigeren Neuem.
    So wie es manche auch in Beziehungen halten.
    „Warum von einem Mann trennen, der schlägt oder betrügt? Bei dem weiß ich wenigstens, woran ich bin!“
    Für mich unverständlich, aber es kommt leider vor :-(
    Manchmal ist Fortschritt einfach nur Beängstigend, dann aber so toll!
    Es gibt jedes Mal einen so einen Kraftschub, wenn man sich dem Neuem gut gestellt hat und merkt: „Hej, ich kann ja auch noch..!“, oder so :-)
    Ich freu mich jedenfalls über so gute Gedanken von Dir, die anregen und motivieren, sich mal Gedanken zu machen :-)
    Weiter so, lieber Harald und ich hoffe, wir können im neuen Jahl mal „live“ sinnieren! Außerdem würd ich Dir gern meinen Mann vorstellen, der seit dem er mit mir lebt gemerkt hat, dass MANN ja gar kein Fleisch braucht und trotzdem noch genug Kraft für Arbeit, Sport und Spiel hat ;-D Ganz ohne Zwang, nur dor vorleben, vorkochen und sich informieren, wie schäbig die Massentierhaltung, Schlachtungen usw. so ablaufen. Man hat ein gutes Gewissen und fühlt sich gesünder! Und diese Erkenntnis wünsche ich DER GANZEN WELT! Den dann muss Niemand mehr verhungern, wenn man statt die Tiere zu mästen Getreide usw. für die Menschheit produzieren würde!
    Aber leider ist das ja gar nicht gewollt :-)
    Wo kämen wir den hin, wenn Wir auf einmal alle gesund leben würden? Keiner mehr krank, keine Medikamente mehr? Keiner mehr sterben würde und uralt werden würde…Die arme Pharmaindustrie ;-P
    Ja, ich denke, wir hätten viele Themen!
    So dann, lieber Harald, grüß mir Deine Family und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen :-)

    P.S.: Es fehlt ein „d“ beim Text! Wir statt Wird ;-) Ist aber ned schlimm und ich denke, es hat jeder den Sinn verstanden! Nur zur Info!

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