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Elektromobilität – The last mile

31. Juli 2011

Mobilität

Damit ist gemeint, wie wir uns künftig unsere Mobilität auf dem/den letzten Kilomenter/n vorstellen.

Die Bahn fährt nicht von A nach B sondern von Bahnhof zu Bahnhof.

Tipps & Tests von Harald Schirmer

meine Tipps & Tests

Es wird also eine Lösung benötigt, die uns von A nach Bahnhof und von Bahnhof nach B bringt
(es gibt zwar „City-Optionen“ der Bahn und lokale Busunternehmen – die bieten aber in der Regel nicht die notwendige Flexibiliät – weder zeitlich oder örtlich)

Das Auto ist derzeit noch eine Möglichkeit recht flexibel, aber sehr unwirtschaftlich um von A nach B zu kommen – nimmt man alleine das Gewicht des Autos im Verhältnis zu den Passagier(en)
Verkehrsfreie Städte, Umweltzonen, Spritpreise, fehlende Parkplätze etc. werden das Auto aber künftig immer mehr als „schlechte Variante“ entlarven.

Update:  Ich habe mich übrigens inzwischen für das MOBIKY Youri 16″ Pedelec entschieden – hier mein Bericht über das Bike

Update 2: Für die schnellen kurzen Wege teste ich gerade noch ein KickBoard – hier mein Bericht

Was müsste so ein „Fahrzeug für die ersten und letzen Kilometer haben, sein oder können?

  • sehr leicht und klein (um es im Auto, Zug oder Bus mitnehmen zu können) – Zielgewicht unter 20 kg
  • keine Flüssigkeiten – da sonst nicht beliebig transportabel
  • keine Abgase um den Umweltzonen gerecht zu werden
  • für jederman/-frau/-kind bedienbar (nicht nur für Sportler, Menschen mit Idealgewicht, ausserdam sollte es behindertengerecht sein)
  • erschwinglich (sicher erst durch Massenproduktion) aber schon im Konzept
  • strapazierfähig und reparaturarm – besonders wenn man es im Vermietbereich oder öffentlichen Einsatz haben will

Wo liegt aktuell das größte Problem?

Für mich ganz klar in der Gesetzgebung. Die Vorschriften der STVZO und FZV sind völlig veraltet und verlangen von diesen Fahrzeugen Dinge, die in der Vergangenheit sicher verständlich waren – heute aber nur noch Innovationen verhindern.
z.B. ist für jedes Fahrzeug ein Sattel vorgeschrieben oder eine Feststellbremse

Natürlich gibt es auch in der Speichertechnik noch eine Menge Aufgaben – hier gibt es aber schon unzählige Konzepte und halbwegs gebrauchsfertige Lösungen.

Was sagt das Gesetz derzeit?

Achtung das ist keine juristische Beratung !!  Stand: Juli 2011

  • Zulassungspflicht (Betriebserlaubnis) ab 6 km/h
  • Versicherungsschutz ist Pflicht ab 6 km/h wenn motorgetrieben (ca. 60,00 Euro / Jahr)
    • Verstoß: Straftat!!!
  • Gehweg maximale Geschwindigkeit 7 km/h
  • Helmpflicht ab 20 km/h
  • eScooter von 20-25 km/h gelten wie Mofas (Fahrerlaubnis notwendig!)
    • Verstoß wenn nicht Fahrerlaubnispflicht besteht:  Ordnungswidrigkeit
    • Verstoß wenn Fahrerlaubnispflicht besteht:  Straftat!!

Welche Fahrzeuge gibt es, die dafür heute in Frage kommen?

hier habe ich eine Reihe von aktuell verfügbaren „Fahrzeugen“ aufgelistet – und meine Einschätzung dazu gegeben:

SegWay

hat inzwischen in einigen Bundesländern Straßenzulassung, ist aber mit ca 7000 Euro sehr teuer, mit ca. 50 kg sehr schwer und kann nicht mit in den ICE

Webseite Hersteller

Tante Paula z.B. Maximilian II

hier gibt es verschiedene Modelle (Ferdinant IFerdinant IIFerdinant III und Maximilian II) – alle mit Zulassung – von 25 kg (899 Euro / 15km Reichweite) bis 40 kg (1885 Euro / 25km Reichweite)
Das zulässige Gesamtgewicht von 125 – 140 kg und Motoren mit 500 und 1000 Watt

MZ Charly und Charly RVO

„Wer hats erfunden?“ könnte man hier fragen – dieser Roller ist seit Jahren auf dem Markt auch mit Zulassung und ist den Tante Paula Produkten sehr ähnlich. Gewicht und aktuelle Batterien sind hier kritisch – damit auch die Reichweite.

Hersteller Webseite

Rollermax

ein österreichische Produkt mit EU Zulassung – ca 40 kg bei 40 km Reichweite für knapp 2000 Euro

Hersteller Webseite

Trikke uPT (oder Pon-e)

Das ist mein Favorit, leider ohne Stzraßenzulassung und auch mit wenig Chancen darauf. Großer Vorteil ist hier, das er auch völlig ohne Motorunterstützung zu fahren ist, mit nur 18kg sehr leicht und vor allem mit einem Griff sehr klein zusammen zu legen ist. In anderen Ländern wie Österreich, Schweiz und Niederlande ist er bereits eingeführt – wird sogar gefördert. Mit 1700 Euro auch im unteren eMobility Preissegment

Hier noch eine Konzeptstudie, die wirklich überzeugen kann:

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer elektrisch betriebener Roller, Boards und Wheels – die aber allesamt kaum Chancen auf eine Zulassung in Deutschland haben…

BikeBoard oder Lyric

Für mich der realistischste Ansatz. Mit knapp 3000 Euro noch recht teuer, dafür mit Straßenzulassung, Lithium-Eisen-Phosphat Akkus, Reichweite bis 46 km, ca 4 Stunden Ladezeit, 20 km/h (optional 35 km/h) bei 30kg (inkl Akkus) und 150 kg Zuladung!

Webseite Deutscher Generalvertrieb

ePowerScooter BT250

ein Modell aus China mit 29kg in der Litium Ionen Version und einem 500 Watt Motor

Anbieter Webseite

GoCycle

Eine weitere Lösung ware auch ein e-Bike oder Pedelec… hier schreibt die Bahn zur Mitnahme eine maximale Reifengröße von 20 Zoll, Zerlegbarkeit und Verstaut in einer Tasche vor

Hier wäre z.B. die Designstudie „GoCycle“ für knapp 2000 Euro möglich. Mit nur 16 kg Gewicht und 100 kg Zuladung läßt es sich in ein paar Minuten zerlegen

Anbieter Webseite

MOBIKY 16″ Jouri

Es geht noch kleiner… Aus Frankfreich kommt das Mobiky, dass es seit Kurzem jetzt auch motorisiert (250Watt Brushless) gibt. Mit dem großen Akku (Litium Ionen 10Ah) etwa 30 km Reichweite – danach (oder während) geht’s wie mit einem normalen Fahrrad weiter. Die 16 Zoll Reifen geben dem Rad deutlich mehr Stabilität als die, der auch erhältlichen 12″ Version. Das Gesamtgewicht liegt bei 17,5 kg – hinzu kommen dürfen 110 kg Fahrer und Ladung. Verpakt in eine (optionale) Tasche ist das Rad dann noch 85 x 85 x 30 cm groß

Hier mein Bericht über das MOBIKY Youri 16 Zoll Pedelec

Anbieter Webseite

Fazit:

Es gibt inzwischen schon ein knappes Dutzend Möglichkeiten in die eMobilität einzusteigen.

Ein richtig gutes Preis/Leistungsverhältnis oder besser eine optimale Gewichts/Praxis Lösung ist noch nicht verfügbar.
Das liegt sicher an den derzeit noch geringen Stückzahlen aber auch an den veralteten Vorschriften aber auch an entsprechend effizienten Batteriekonzepten.

 

Update:

Ich habe mich jetzt für das Mobiky Pedelec entschieden, da es mit das Leichteste war, sehr klein faltbar – und dabei noch sehr gut und einfach zu transportieren (schieben nicht tragen) war. Mit einigen Details bin ich absolut nicht zu frieden (Billigst-Aufsteck-Beleuchtung ist eine Frechheit, Lackierung macht nicht den besten Eindruck, einige Anbauteile könnten wertiger sein) … aber es ist ein tolles Fahrgefühl und ist wirklich praktikabel

 

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