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Wenn deutsches Recht Worte verbietet

22. Februar 2018

BLOG, Tipps

Denk mal mitNeulich bekam ich einen spannenden Anruf von einem Coach, wegen eines Begriffs, den ich seit einigen Jahren verwende um Menschen täglich ein wenig Mut zu machen, Dinge auszuprobieren, kleine Risiken einzugehen oder einfach mal kindlich neugierig zu sein. Ich musste jetzt erfahren, dass dieser Begriff eine eingetragene Marke ist, und damit nicht mehr verwendet werden darf.

H. Vogt(Eigentümer) war so nett, mich ohne großen Aufriss darauf hinzuweisen. In einem sehr netten Gespräch konnte ich lernen, warum ihm der „Schutz“ dieses Begriffs und dem damit verbundenen Angebot so wichtig ist. Völlig nachvollziehbar, zumal das auch nicht ganz billig ist. Ich werde diesen Wunsch künftig achten, obwohl mir das ziemlich schwer fällt, auch wenn ich damit weder Geld verdiene, noch irgendwelche wirtschaftlichen Interessen damit verbunden sind.

Zuständig ist hier übrigens das Deutsch Patent und Markenamt – Markenrecherche

Da ich nur mein eigenes Verhalten verändern kann und ich sehr für Transparenz bin, möchte ich Euch auch darauf hinweisen, dass man heute Begriffe vor deren Verwendung wohl prüfen sollte, um nicht rechtliche Folgen zu erleben. Für den Begriff #MutAnfall wäre das der Fall… also sollten wir ein anderes Wort dafür künftig verwenden. Um das Ganze noch schwieriger zu machen sind auch ähnlich klingende oder optisch ähnlich aussehende Begriffe betroffen…

Was mich natürlich sehr nachdenklich macht, ist dass unsere Gesetzgebung an vielen Stellen inzwischen Möglichkeiten schafft, „Dinge des allgemeinen Gebrauchs“ so zu schützen, dass sie für die Allgemeinheit quasi nicht mehr nutzbar sind. Ob es dabei um ein Patent auf ein GEN (Pflanzen oder Tiere) die es schon lange gibt, oder wie hier um ein Wort.

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10 Responses to “Wenn deutsches Recht Worte verbietet”

  1. Simon Dückert Sagt:

    Bin kein Rechtsanwalt, aber nach meinem Wissen kann man mit einer Marke nicht den Gebrauch eines Wortes unterbinden. Es geht alleinig um den Schutz des Begriffs für bestimmte Produktklassen. Als Hashtag kann man #Mutanfall ohne Konsequenzen verwenden.

    Und noch wichtiger: die Eintragung der Marke wurde mittlerweile abgelehnt: http://www.wipo.int/branddb/en/showData.jsp?ID=DETM.DE302015107698 – feel free to use and do #Mutabfall :-)

    Antwort

  2. Elena Lezner Sagt:

    Hallo Herr Schirmer,

    wie ärgerlich und nervig!!! Es scheint aber öfters vorzukommen, dass die Worte des allgemeinen Gebrauchs geschützt werden. Mein Mann musste sich auch umorientieren, weil die Markeneigentümer sich gemeldet haben. :/

    Gibt es denn schon einen Nachfolge-Hashtag?

    Viele Grüße

    Antwort

  3. Dagmar Dörner Sagt:

    Hallo Harald,

    das ist ja krass! Mich würde mal interessieren, wie lange dieser Experte diesen Begriff schon nutzt bzw. wann er ihn hat schützen lassen? War er schon vorher damit unterwegs und hat dann erst gesehen, dass es in deinem Umfeld „trendet“? Oder andersherum, was ja wirklich dreist wäre?

    Erschrockene Grüße
    Dagmar

    Antwort

  4. GreenYard Sagt:

    Thanks so much for the blog post.Really thank you! Will read on

    Antwort

  5. Alexander Kluge Sagt:

    Hallo Harald,
    tatsächlich würde ich ja gerne prüfen lassen, ob das einem Verfahren wirklich stand hält. Dafür wäre ich sogar bereit, ein wenig Geld für einen Markenanwalt auszugeben, so sehr ärgert mich das.

    Alternative, wie neulich schon vom lieben Siegfried Lautenbacher andiskutiert: Wie wäre es mit einem #MutAusbruch?

    Alexander

    Antwort

  6. Werner_Mo Sagt:

    Erst mal vielen Dank für den Hinweis.
    Ich konnte es zuerst nicht glauben.
    Das finde ich nicht schön.
    Ich würde gerne in zwei Richtungen aktiv werden:
    1. wie von Dir vorgeschlagen unser aller Kreativität zusammentun und weitere passende Begriffe suchen unter dem Motto „Mut tut gut“
    2. klären ob der Schutz „rechtens“ ist.
    Bis bald
    Werner

    Antwort

  7. Michael Munke Sagt:

    Hallo Harald,
    das ist tatsächlich sehr schade. Mir gefiel das Synonym sehr gut und ich nutzte es auch sehr gerne.
    Ich habe ne Weile überlegt und würde als Alternative vorschlagen:
    #TrauDich
    Mit dem würde ich dann weitermachen.

    Vielen Dank für Deinen Hinweis und weiter viel Erfolg.

    Liebe Grüße
    Michael

    Antwort

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