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Tagging und Verben = Web 3.0

News & Infos von Harald SchirmerWeb 1.0 war ein einseitiges Internet, in dem die veröffentlichende Seite Beiträge verfasste und die Leser diese abholen konnten. Web 2.0 ist das „Mitmach-“ Internet, an dem sich jeder Einzelne – je nach – Wunsch persönlich beteiligen kann.

Was kommt als Nächstes?

(M)eine Analyse mit Ausblick in eine mögliche (wahrscheinliche) Zukunft

Ist-Analyse:

… oder die aktuellen Schwachstellen des Internet

Neue Entwicklungen, Ideen und Innovationen werden meist aus einem Bedürfnis heraus geboren, einen Mißstand oder etwas „Umständliches“ zu verbessern – zu optimieren (oder neu anzugehen). Was ist also das aktuelle „Problem“ von Web 2.0?

  • immer mehr Inhalte
  • immer schnellere Aktualisierungszyklen
  • immer mehr Teilnehmer
  • stetig wachsende Themen-Bandbreite
Das muss zwangsläufig zu einer Übersättigung führen.
Auch ein Grund, warum eMail seinen besten Tage hinter sich hat – es ist für viele Menschen einfach nicht mehr möglich, mit der Flut von eMails sinnvoll umzugehen.
Leider ist auch festzustellen, dass die Fähigkeiten der Menschen, sich in dieser gigantischen Informationsmaschine zurechtzufinden, nicht besser wird.
Es ist möglich mit „intelligenten“ Suchanfragen, logischen Verknüpfung von Worten, Verwendung von „Ausschlusskriterien“ und Nutzung einer breiteren Basis (nicht nur Google) zu hochwertigen Ergebnissen zu kommen. Viele Studien und Analysen zeigen aber, das die Mehrheit nach wie vor „ein Wort in Google eingibt“ (allein die deutsche Sprache kennt knapp eine halbe Million Worte)

Die Weiterentwicklung der „Tags“

Was haben alle der folgenden Servcies, Plattformen und Programme gemeinsam?

Moderne Service Angebote

Moderne Service Angebote

Alle verwenden Tags um Inhalte zu strukturieren und gezielt anzubieten!

Ein Tag ist ein Schlüsselwort, also ein Wort, das einen Inhalt spezifiziert und einordnen läßt – siehe Taxonomien und Ontologien (gesteuerte Zuordnung von Inhalten), Folksonomien (Sozial Tagging) …

Tags sind die moderne Antwort auf das veraltete Ordnersystem mit seinen vielen Einschränkungen (Doppelablage, Inkonsistent, starr, limitiert, unübersichtlich, nicht allgemeinverständlich), da durch Tags Inhalte verbunden und referenziert werden können)

Aktuell ist die Verwendung von Tags auf eine schlichte Verknüpfung von „gleichen“ Worten beschränkt. Werden also zwei Inhalte mit dem Tag „Fotografie“ markiert, können Web-Services diese beiden Inhalte in Referenz setzen und anzeigen, wenn jemand danach sucht oder auf dieses Tag klickt.
Diese Funktion bieten heute eigentlich alle nenneswerten Portale, Services und auch offline Programme (Facebook, Google, Xing, Delicious, StumbleUpon, Adobe Lightroom, Datenbanken…) 

Was könnten Tags in Zukunft bieten?

  • echte Priorisierung (besonders wichtige, häufige oder relevante)
    wird derzeit schon in TagClouds so dargestellt – allerdings basiert das nur auf eine reine Summenbildung
  • Zeitstempel (heute relevante Tags sind morgen schon „alt“ – dem wird noch nicht Rechnung getragen)
  • Semantische Netzwerke (Worte und ihre Beziehungen zueinander: Blatt / Sägeblatt / Papierblatt / Rosenblatt…)
  • Referenz zu Wörterbüchern, Wortstämmen, Synonyme, Schreibweisen (Einzahl, Mehrzahl, Umlaute…)
  • Fehlertoleranz (falsche Schreibweisen, häufige Fehler..)
  • Übersetzung (Darstellung von Ergebnissen zu einem Tag aus anderen Sprachen)
  • Authentizität (Quellenprüfung und Validierung der Information)
  • Validierung durch Profil und Nutzerverhalten (Sucheingaben, Favoriten, Plattformen)
  • Whitelist/Blacklist (Worte, die verwendet werden sollen oder nicht dürfen)
  • Redanktionelle Überarbeitung von Tags
  • Steuerung von Abläufen durch Tag-Pfade
Das breite Feld der „erweiterten“ Tags ist bisher noch so gut wie unbestellt – obgleich es eine logische Weiterentwicklung darstellt – die immense Flut von Inhalten besser zu verarbeiten und relevantere Ergebnisse zu bringen.

Das Web versteht mich:

Bisher wurde versucht mit mathematischen Mitteln und „relativ“ einfachen Verknüpfungen von Inhalten und Services ein moderneres Internet zu gestalten. Die stetig steigende Zahl von Nutzern und vor Allem Inhalten macht es aber immer schwerer, gezielte und hochwertige Informationen an den Leser zu transportieren.
Soziale Netzwerke boten im ersten Hype gute Ansätze, viel über die Nutzer zu erfahren – was bis zu einer gewissen Zahl auch sehr gut funktionierte. Heute ist es jedoch fast unbrauchbar geworden, z.B. durch Spiele wie Farmville enstanden Freundeskreise mit mehreren Tausend Verbindungen (erst ab 500 Freunden konnte man ins nächste Level) – Dadurch verloren die „Verbindungen“ ihre Relevanz.

Googles „Circles“ und jetzt auch die Timeline von Facebook versuchen dieses Problem zu beheben – indem der Nutzer wieder „markiert“ wer Ihm besonders wichtig ist, und in welcher Verbindung er zu Ihr/Ihm steht.

Facebook macht jetzt einen ersten (großen) Schritt in eine bessere Richtung: „Das Verstehen von Inhalten durch Auswertung der Verben in Texten“. Eigentlich auch eine logische Weiterentwicklung -wenn das reine Verlinken von Worten nicht mehr genügt, muss man versuchen zu „verstehen“ was der Nutzer meint:

Der erste Schritt, die Verben in den Sätzen zu analysieren und in Verbindung mit Inhalten zu setzen ist ein guter Anfang. Dazu sind natürlich Semantische Netzwerke, Wortstämme oder auch Schreibweisen wichtig (fotorafieren, photographieren, Fotos machen, knipsen, ablichten, fotografisch festhalten etc.)

Dazu passend können dann wieder ganz gezielte „Profile“ erstellt und spezifische Angebote gezeigt werden.

 

Weiterentwicklung des Internet (Web 3.0)

Wird dann einmal „verstanden“ WAS wir machen – muss zwangsläufig folgen, auszuwerten WIE wir es machen – also nach den Verben sind die Adjektive dran ;-)
Folgt man dieser Argumentationskette, erreichen wir in absehbarer Zeit ein System, das sehr genau analysieren kann. Je mehr wir uns darin bewegen, wird es auch immer passendere Ergebnisse liefern.
Erlauben wir diesen Algorythmen dann noch uns direkt anzusprechen, sind wir bei unserem ganz persönlichen, digitalen Berater (der, haben wir erst genug Vertrauen, sicher auch viele unserer „lästigen“ Aufgaben übernehmen wird)

Ob wir das wirklich wollen, ob das eine gute Entwicklung ist, sei dahin gestellt – ich würde mich doch sehr wundern, wenn wir diesen Verlauf nicht schon sehr bald beobachten können.

 

 

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