Ein großer Vorteil von Spiegelreflexkameras ist die Möglichkeit, verschiedene Objektive zu verwenden.
Diese Wahl wird schnell zu Qual, sieht man die Bandbreite und vor allem die Preise für diese Objektive.
Auf dieser Seite möchte ich einige Entscheidungshilfen geben, welche Objektive sich wofür eignen und was zu beachten ist.
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Zu Analogzeiten war es sehr einfach - man hat sich auf eine Filmgröße (36x24mm = Kleinbildformat) geeinigt - und jeder wußte damit welche Ergebnisse z.B. ein 50mm Objektiv liefern würde.
Seit es Digitalkameras gibt, ist es aufgrund der vielen verschiedenen Sensorgrößen nicht mehr so einfach. Damit man wieder auf einen vergleichbaren Nenner kommt haben Spiegelreflexkameras einen "Crop"-Faktor angegeben (berechnet sich aus dem Verhältnis der Sensorgröße zum Kleinbildformat) - mit diesem muss man die Brennweitenangabe multiplizieren, um auf den "realen" Wert zu kommen.
z.B.: Werte für eine Canon 50D > Crop-Faktor = 1,6:
Je höher also der Crop-Faktor, um so mehr "Tele" bekommt man, verliert aber Weitwinkel.
Wichtiger ist aber, wenn von ein 50mm Foto entstehen soll, muss bei Crop=1,6 mit einem 35mm Objektiv fotografiert werden!
..ist vielleicht nicht der richtige Begriff für dieses Unterscheidungsmerkmal, trifft es aber sehr gut. So teilen sich die Objektive in Festbrennweiten und Zoom-Objektive.
Festbrennweiten sind die erste Wahl, wenn es um höchsten Anspruch, Qualität und Lichtstärke geht. Auch sind diese Objektive für besonders scharfe Fotos bekannt - zudem haben Sie die geringsten konstruktiv-bedingten Fehler. (siehe auch "das beste Objektiv")
Nachteil ist sicher der hohe Preis und die Notwendigkeit für jede gewünschte Brennweite - ein eigenes Objektiv zu "besitzen".
Festbrennweiten haben nur einen Einstellring (für die Schärfe).
Sie
eignen sich sehr gut um das Fotografieren wirklich zu lernen!
Zoom-Objektive haben den großen Vorteil, ein breites Band an Einstellungen abzudecken. Sie sind für Hobbyfotografen interessant und vor Allem auf Reisen ein guter Begleiter, wenn man nicht den "großen" Koffer mitnehmen kann.
Zoom-Objektive sind immer ein Kompromiss - auch wenn die Hersteller viel dafür tun, diesen Ruf zu entkräften.
Selbstverständlich gibt es auch bei Zoom-Objektiven besonders hochwertige Produkte, (meist mit kleinerem Zoombereich) auch für spezielle Anforderungen z.B. Presse, Sport oder Actionfotografie.
Zoom-Objektive haben zwei Einstellringe (für Schärfe und Brennweite)
Für die meisten Anwendungen reicht auch die Qualität eines guten Zoom-Objektivs aus.
Objektive lassen sich in 4 Gruppen einteilen:
Weitwinkel | Normal | Tele | Spezialobjektive

Weitwinkel - Objektive (ca. 8 - 35 mm)
Normal - Objektive (ca. 50 mm)
Tele - Objektive (ab ca. 60 mm)
Spezialobjektive (Lupen-, Shift- Macroobjektive, Fischauge, Lensbaby...)Die "Optik" = Objektiv ist ausschlaggebend für hoch-qualitative Fotos und gute Ergebnisse bei "schlechten" Lichtverhältnissen.
Jedes Objektiv hat konstruktiv bedingte Fehler wie Verzerrung, Chromatische Abberation, Streulicht, Vignettierung... diese werden bedingt durch den Aufbau (runde Öffnung, eckiges Bild - größe der Linsen, Anzahl der Linsen, bewegliche Teile...), die Verwendung (Lichtverhältnisse), verwendete Kamera (größe des Sensors)...
Die Qualität eines Objektivs ist also (in der Theorie) besser wenn:

Das bedeutet, daß das beste Objektiv ein ca. 50 mm Blende f=0,8 ohne Bildstabilisierung (IS) ist.
Unter dem Namen "Image Stabiliser", "Steady Shot" oder "Vibration Reduction" läuft diese Funktion mit der Aufgabe, die Verwacklung durch den Fotografen zu verringern.
In der Regel ist im Objektiv ein Mechanismus, der versucht die Bewegungen des Fotografen durch "Gegen"-Bewegung der Linsen aufzuheben. Je nach Brennweite können die meisten Menschen ein 1/80 Sekunde Verschlusszeit frei Hand halten ohne zu verwackeln. Mit Bildstabilisierung geht das dann in der Regel bis zu einem 1/50 sec.
Man gewinnt also bis zu zwei Blendenstufen / oder Zeitstufen dazu.
Für viele ein unnützes Zubehör ist die Gegenlichtblende, eigentlich ein wertvolles Hilfsmittel, Objektivfehler zu minimieren.
So wird Streulicht, das von der Seite in das Objektiv eindringen kann, stark minimiert. (Also z.B. eine Straßenlaterne, die zwar nicht mehr im Bild zu sehen ist, aber seitlich vor dem Objektiv für Störlicht sorgt)
Auch bei Gegenlicht-Fotos kann man damit das "Hauptlicht" aus dem Bild nehmen.
Auch als mechanischer Schutz ist die Gegenlichtblende hervorragend geeignet - einfach umgedreht verwenden, dass spart viel Geld bei unsanften "Berührungen".
Wer also eine Spiegelreflexkamera gekauf hat um bessere Bilder zu machen, zu dokumentieren oder einen Reisebegleiter sucht, ist mit einem mittleren Zoom-Objektiv z.B. 24-105mm gut bedient. Ob er mit einem 28-300mm glücklich wird lasse ich hier offen...
Für Hobbyfotografen, die gerne Sportaufnahmen machen, sollten etwas tiefer in die Tasche greifen und auf Bildstabilisator und Lichtstärke (also Blende kleiner/gleich 4) achten.
Naturfotografen, die Landschaften, Himmel und Berge lieben, werden im Weitwinkelbereich glücklich. Wer gerne mit optischen Mitteln spielt, wird die gegebenen Möglichkeiten auch lieben.
Schmetterlingsjäger und Pflanzenfreunde kommen schnell beim Macro auf Ihren Geschmack.
Studio- und Portraitfotografen werden sich schnell nur noch mit Festbrennweiten im leichten Telebereich zufrieden geben.
Für ambitionierte Einsteiger, die fotografieren wirklich lernen und verstehen wollen, empfehle ich mit einem 50mm Objektiv zu beginnen und alles damit zu versuchen (Motivwahl, Bildaufbau, Belichtung, Einstellungen....). Erst wenn man das im Schlaf beherrscht auf ein mittleres Tele (z.B. 200mm) zu erweitern - damit wird das Auge für Details geschärft. Kann man das aus dem "FF" legt, man sich ein Weitwinkel zu und beginnt zu "spielen" und künstlerisch zu probieren.