Um die Möglichkeiten der Fotografie kennen zu lernen oder überhaupt ausnutzen zu können werden grundsätzlich 3 Werte oder Einstellungen benötigt:
So einfach diese drei "Namen" klingen mögen - so viel Verwirrung und Unverständnis bringen diese für Anfänger und viele Fortgeschrittene mit sich, da diese Werte in ganz besonderen Verhältnissen zueinander stehen.
Anmerkung: Auf dieser Seite möchte ich wirklich nur "Grundlagen" für ein allgemeines Verständnis ansprechen
Zum einfacheren Verständis habe ich ein "lichtstarkes" Objektiv mit einer Festbrennweite von 85mm und einem Blenden-Einstellbereich von f=1,8 bis 22 gewählt
Im Objektiv befinden sind kleine Plättchen, die den Innendurchmesser des Objektives verändern können: Sogenannte Iris-Blende
Die Blende wird in "f" (=fraction =Bruchteil) angegeben.
Es gibt eine "Internationale Standard Blendenreihe":
1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22 - 32 - 45 - 64 - 90
Der blaue Bereich ist der in der Praxis am häufigsten verwendete - zwischen diesen Werten gibt es noch weitere Abstufungen.
Hier zum Vergleich unser 85mm Objektiv in vier Blendenstufen Einstellungen:

Objektiv bei "Blende 1,8"
Hier wird schnell deutlich, warum man Objektive mit
Blende f=1 bis f=4 als "Lichtstark" bezeichnet
- ihr innerer Aufbau leitet besonders viel Licht auf den Sensor,
was sehr kurze Verschlusszeiten erlaubt

Objektiv bei "Blende 4"
Günstigere Standard-Objektive bieten als kleinste Blendenzahl
meist Werte um f=5,6 womit es 3 mal so hell sein muss,
um die gleiche Belichtung wie bei f=1,8 zu erhalten

Objektiv bei "Blende 8"

Objektiv bei "Blende 16"
Das Spannende an der Spiegelreflex-Fotografie ist die Möglichkeit, nur ganz bestimmte Bereiche im Foto scharf darzustellen - den Rest aber Unscharf.
Damit werden bestimmte Teile im Bild besonders hervorgehoben.
Mit der Blende können wir den Bereich im Bild verändern, der "scharf" dargestellt wird - dabei gilt:
Und hier kommt die Verwirrung ins Spiel, weil sich dieser Vergleich gegenläufig verhält und jeder andere "Worte" verwendet: Einer spricht von der großen Blende, einer von einer offenen Blende, dern nächste von der Zahl und so weiter...
Ich empfehle immer das Wort "Blendenzahl" zu verwenden - das ist eindeutig
Ebenso empfinde ich den folgenden Vergleich viel einfacher zu merken:
will ich nur die Augen einer Person scharf abbilden: kleiner Bereich = kleine Blendenzahl - also bis Blende 4
möchte ich ein Gruppenfoto machen, bei dem Menschen in mehreren Reihen stehen: mittlerer Bereich = mittlere Blendenzahl - also Blende 8 - 11
soll in einem Landschaftsbild das gesamte Fotos möglichst scharf abgebildet werden: großer Bereich = große Blendenzahl - also ab Blende 16
Anmerkung - der Bereich der "scharf" dargestellt wird hängt noch von weiteren Faktoren ab wie der Brennweite, der Entfernung und dem verwendeten Objektiv
Direkt vor dem Sensor in der Kamera befindet sich der Verschluss (auch Vorhang) - der ist immer geschlossen und wird nur im Moment des Auslösens für die eingestellte Zeit geöffnet. Verschlusszeit wird in t =time =Zeit angegeben.
Die Verschlusszeit gibt vor, wie lange Licht auf den Sensor fallen soll.
Einstellbare Werte sind z.B: (gesprochen jeweils 1/x wobei x die folgende Zahl ist)
1 - 2 - 4 - 8 - 15 - 30 - 60 - 125 - 250 - 500 - 1000
1 bedeutet also der Verschluss ist 1/1 Sekunden also - eine Sekunde lang offen, bei 1/2 - eine halbe Sekunde - zwischen diesen Werten gibt es noch weitere Abstufungen.
Zusätzlich gibt es bei vielen Kameras noch eine Einstellung "bulb" - die bedeutet nichts anderes, als das der Verschluss so lange offen bleibt, wie der Auslöser gedrückt wird (braucht man bei Nacht- oder Langzeitbelichtungen)
Vereinfacht: Ein Foto ist dann "richtig" belichtet, wenn sowohl in den dunklen Teilen des Bildes, als auch in den hellen Bereichen "Zeichnung" vorhanden ist. Anders ausgedrückt, wenn es keine schwarzen (Unterbelichtung) oder weißen Flächen (Überbelichtung) gibt.
Hier kommt jetzt das Zusammenspiel von Blende und Verschlusszeit zum Einsatz:
Einfach ablesbar also:
Anders ausgedrückt, je mehr Sie auf dem Bild scharf abgebildet haben wollen, um so mehr Licht muss vorhanden sein oder um so länger muss die Verschlusszeit sein.
Oder je dunkler es ist, um so länger muss die Verschlusszeit sein oder um so größer die Blendenöffnung - damit verringert sich aber der Bereich der Schärfe
Anmerkung: Selbstverständlich gilt das nur für "Standard-Fotos" - sobald man in den kreativen Bereich geht, gelten die Regeln zwar, aber viele Effekte sind dann gewünscht oder werden speziell ausgenutzt
Bei analogen Filmen kommte man mit der Korngröße, die auf dem Negativfilm die Lichtinformation aufnahm, verändern und damit Licht-empfindlichere Filme anbieten, verbunden mit dem Nachteil, dass die Körnung schnell als Rauschen sichtbar wurde. Um einen anderen ISO Wert zu verwenden musste die Filmrolle getauscht werden.
Digitale Kameras simulieren diese Funktion durch (einfach ausgedrückt) veränderbar angelegte Spannung an den Sensor. Je höher die (Vor-)Spannung um so empfindlicher reagiert der Sensor auf Licht - damit kann man durch Erhöhen der ISO Werte die Verschlusszeit verkürzen (z.B. um Verwacklung oder Bewegungsunschärfe zu verhindern) Je höher die ISO-Zahl um so größer das Bildrauschen (Qualitätsverlust)
Einstellbare Werte sind z.B:
100 - 400 - 800 - 1000 - 3200 ...
Moderne Kameras sind heute in der Lage ISO Werte von über 100.000 anzubieten und damit bei minimalem Restlicht noch Aufnahmen zu machen - Wichtig ist das besonders bei Sportaufnahmen z.B. in Hallen, bei Konzertfotografie usw.
Das Angenehme bei Blendenzahl, Verschlusszeit und ISO, das die Schritt"weiten" von einem Wert zum Nächsten gleich groß sind. Ausgehend davon, dass sich die richtige "Belichtung" nicht ändern soll, kann man jeden beliebigen Wert ändern - wenn man den verbundenen Wert um die gleiche Stufenzahl in die andere Richtung ändert: (Änderungen sind meist in ganzen oder Drittelstufen möglich)
oder in Zahlen (alle Wertepaare ergeben die gleiche Belichtung!!):
Der Vollständigkeithalber sei erwähnt, dass es noch einen Wert gibt, der sich in diese Reihe einfügt. Steht nicht genug Licht zur Verfügung, kann der Fotograf auf eine (oder mehrere) zusätzliche Lichtquellen zurückgreifen - den Blitz.
Auch die Lichtleistung des Blitzes kann eingestellt werden und verhält sich in seiner Abstufung genau wie Blendenzahl, Verschlusszeit und ISO.
Will man also die Verschlusszeit um eine Stufe verringern, muss man die "Lichtleistung" um eine Stufe erhöhen.
Anmerkung: das geht nicht beliebig. Bei den meisten Kameras liegt die Blitz-Synchronzeit - und damit die kürzest mögliche Verschlusszeit bei ca. 1/250s oder 1/320s